Balkon-Bruno

Balkonkraftwerk und Stromzähler: Darf er rückwärts laufen?

Kurze Antwort: ja, bis zum Tausch. Seit Mai 2024 darf ein Balkonkraftwerk am vorhandenen Zähler laufen, auch wenn sich die Scheibe dabei rückwärts dreht.

Stand: 6. November 2026

Was das Gesetz sagt

Nach § 10a EEG dürfen Steckersolargeräte schon vor dem Zählertausch an der vorhandenen Messeinrichtung betrieben werden. Die Messwerte gelten bis dahin als richtig, außer es liegt eine technische Störung oder Manipulation vor. Die Verbraucherzentrale ordnet das so ein: Ein rückwärtslaufender Zähler wird übergangsweise geduldet.

Das gilt nur für Geräte, die seit dem 16. Mai 2024 in Betrieb sind (§ 100 Abs. 23 EEG). Läuft ein älteres Balkonkraftwerk noch an einem Drehscheibenzähler, solltest du den Zählertausch beim Netzbetreiber anstoßen.

Welcher Zähler hängt bei dir?

ZählerErkennst du anWas passiert
Drehscheibenzähler (Ferraris)sich drehende Scheibe mit rotem Strich, Zählwerk mit Rollendarf bleiben, wird später getauscht
Moderne Messeinrichtungdigitale Anzeige, kein Kommunikationsmodulkein Tausch nötig, erfasst Bezug und Einspeisung getrennt
Intelligentes Messsystem (Smart Meter)digitale Anzeige plus Gatewaykein Tausch nötig

Der Tausch

Den Tausch organisiert der Messstellenbetreiber, meist dein Netzbetreiber. Du musst nichts beantragen; die Info kommt über deinen Eintrag im Marktstammdatenregister. Mehrere Netzbetreiber schreiben ausdrücklich, dass der Tausch für Kunden kostenlos ist, darunter Netze BW, LEW, TEN, WEMAG und MVV Netze. Was dein Netzbetreiber sagt, findest du in der Übersicht.

Laufende Kosten

Für eine moderne Messeinrichtung darf der grundzuständige Messstellenbetreiber höchstens 25 € im Jahr berechnen. Ein Smart Meter ist für Balkonkraftwerke nicht vorgeschrieben; Pflicht wird es für Erzeuger erst ab 7 kW.

Eingespeister Strom

Was das Balkonkraftwerk nicht selbst verbraucht, fließt ins Netz. Geld gibt es dafür nicht, Steckersolargeräte laufen in der unentgeltlichen Abnahme. Wie viel bei dir eingespeist wird, zeigt der Check.

Häufige Fragen

Muss ich den Zählertausch beantragen?

Nein. Der Messstellenbetreiber stattet den Zählpunkt von sich aus mit einem digitalen Zähler aus. Mit dem Eintrag im Marktstammdatenregister ist alles Nötige erledigt.

Wie lange dauert es bis zum Tausch?

Das Gesetz sagt „unverzüglich“. Die Bundesnetzagentur versteht darunter in der Regel Wochen bis wenige Monate.

Wer zahlt den Einbau des neuen Zählers?

Laut Verbraucherzentrale darf dir der Zählerwechsel nicht in Rechnung gestellt werden, und mehrere Netzbetreiber schreiben ausdrücklich, dass er kostenlos ist. Für den laufenden Betrieb gilt eine Preisobergrenze von 25 € im Jahr. Ein nötiger Umbau des Zählerschranks fällt nicht darunter.

Quellen

Alle Angaben ohne Gewähr und keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Gesetzestexte, die Vorgaben deines Netzbetreibers und die Anleitung des Herstellers. Elektroarbeiten an der Hausinstallation nur durch eine Elektrofachkraft.